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Untertitelübersetzung - Hinter den Kulissen 1

Audiovisuelles Übersetzen

Informationen im Zeitalter der Globalisierung

Durch die Globalisierung und das Internet befinden wird uns in einem Zeitalter der Information. Das bedeutet, dass uns sämtliche Informationen immer und überall zur Verfügung stehen - weltweit. Und das in allen Sprachen.


Nun beherrscht nicht jede:r alle Sprachen, und selbst die Weltsprache Englisch kann mit ihrer Komplexität und Vielfalt Nichtmuttersprachler:innen den Zugang zu besagten Informationen erschweren. Um sicherzustellen, dass jede:r sein/ihr Recht auf Information ausüben kann, arbeiten Übersetzer:innen und Dolmetscher:innen unermüdlich daran, die Inhalte den Menschen in der Sprache zur Verfügung zu stellen, die sie am besten beherrschen. Das kann in Form von der Übersetzung eines schriftlichen Textes aus der einen Sprache in die andere erfolgen - zum Beispiel die Übersetzung eines englischen Textes ins Deutsche. Auch die Übertragung komplexer Inhalte in Einfache Sprache, wie es oft bei Websites und Informationstexten öffentlicher Stellen der Fall ist, gehört dazu. Im mündlichen Kommunikatiosaustausch sorgen Dolmetscher:innen für klare Verständigung. Entweder sprachübergreifend, zum Beispiel bei der Verdolmetschung eines Redebeitrags aus dem Französischen ins Deutsche, oder durch Gebärdendolmetschen oder Schriftdolmetschen (mehr dazu in meinem Blog-Beitrag "Unterschied zwischen Dolmetschen und Übersetzen").


Auch die Übersetzung im audiovisuellen Bereich spielt eine große Rolle dabei, Inhalte zugänglich zu machen, umso mehr, seit Videos durch Streamingdienste und Social-Media-Plattformen fester Bestandteil des alltäglichen Lebens unserer Gesellschaft geworden sind.

Was ist audiovisuelles Übersetzen?

Unter audiovisuellem Übersetzen versteht man das Übersetzen von Inhalten im audiovisuellen Bereich, also Informationen aus Medien, die sowohl Ton als auch Bild enthalten. Dazu zählt unter anderem Film & Fernsehen, Videos und Computerspiele. In der Geschäftswelt werden auch Werbevideos, Schulungsmaterialien oder andere unternehmensrelevante Medien übersetzt.


Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten.


Die beiden wohl bekanntesten Arten des audiovisuellen Übersetzens sind das Synchronisieren und das Untertiteln.


In Deutschland werden im Kino und im Fernsehen fast alle Filme mit deutscher Synchronisation gezeigt. Das bedeutet, dass ein:e Übersetzer:in das Drehbuch übersetzt hat, die Dialoge nach den entsprechenden Vorgaben angepasst wurden und Synchronsprecher:innen diese in der Zielsprache neu eingesprochen haben.


Durch das Internet und die unzähligen Angebote von Streamingplattformen wie Netflix & Co. gewinnen auch Untertitel an immer größerer Bedeutung.

Warum Untertitel?

Der ursprüngliche Gedanke bei der Entwicklung von Untertiteltechnologien war die Barrierefreiheit und die Zugänglichkeit von audiovisuellen Inhalten für Gehörlose und Schwerhörige. Dabei enthalten sogenannte "Closed Captions" (auch "SHD" genannt, nach der englischen Abkürzung für "Untertitel für Gehörlose und Schwerhörige") neben den Dialogen auch Beschreibungen anderer inhaltsrelevanter Geräusche, Musik oder Angaben zum/zur Sprecher:in.


Im Gegensatz dazu steht das "OmU", also das Original mit Untertiteln, zum Beispiel ein englischsprachiger Film mit deutschen Untertiteln. Dabei begrenzen sich die Untertitel auf die Dialoge und enthalten keine Angaben zu Geräuschen oder zur Musik.


Studien zeigen, dass besonders die junge Generation gerne auf Untertitel zurückgreift. Folgende Gründe können dafür angeführt werden:

  • Die Inhalte werden in der Originalsprache angeschaut. Untertitel in der gleichen Sprache oder in der Muttersprache erleichtern dann das Verständnis und helfen ggf. beim Fremdsprachenerwerb.
  • Auch Inhalte in der Muttersprache werden mit Untertiteln angeschaut, zum Beispiel weil die Tonqualität des Videos nicht ausreichend ist, ein schwer verständlicher Dialekt gesprochen wird, die Hintergrundkulisse zu laut ist oder aus Rücksichtsnahme auf andere Menschen in der Umgebung das Video leise oder ohne Ton geschaut wird. Insbesondere wenn Videos unterwegs, z. B. im Bus oder der Bahn geschaut werden, beeinflussen oben genannte Punkte die Entscheidung, Untertitel einzuschalten.

Wie werden Untertitel erstellt?

Während bekannte Streamingsdienste auf die Leistung menschlicher Übersetzer:innen setzen, um professionelle und hochqualitative Untertitel anzubieten, versuchen YouTube und ähnliche Anbieter der Masse an Videos durch automatische Untertitel Herr zu werden - mit meist fragwürdigen Ergebnissen, die dem Verständnis nicht selten sogar abträglich sind.


Neben meinen Dienstleistungen als Dolmetscherin und Übersetzerin biete ich meinen Kund:innen auch die Übersetzung von Untertiteln an. Dafür verwende ich eine spezielle Software, die es mir ermöglicht, die Untertitel im Video einzufügen und direkt zu übersetzen. Viele der Fähigkeiten, die beim Dolmetschen und Übersetzen zum Tragen kommen, sind auch beim Untertiteln von großer Bedeutung. Das Untertiteln kombiniert also sozusagen meine beiden Leidenschaften.


Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr darüber erfahren möchten, oder selbst eine Untertitelung für eine Mediendatei benötigen, kontaktieren Sie mich gerne.


Im nächsten Blog-Beitrag möchte ich den interessierten Leser:innen einen kleinen Einblick hinter die Kulissen gewähren und zeigen, wie die Untertitel in ein Video gelangen und worauf es dabei zu achten gilt.

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2. April 2025

Über die Autorin

Laura Bischoff ist als freiberufliche Konferenzdolmetscherin in Aachen mit den Sprachen Deutsch (A), Englisch (B), Französisch (C) und Spanisch (C) tätig. Vor ihrer Selbstständigkeit arbeitete sie in der Abteilung für Terminologie in der Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Kommission. Das Studium absolvierte sie in Brüssel und Köln.

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Dolmetschen ist einmalig und unmittelbar Das Spannende am Dolmetschen ist, dass das Produkt für den Moment gedacht ist. In der Sekunde, in der ich die Leistung erbringe, ist sie relevant und wird direkt durch die Zuhörenden verwerten. Sobald der Moment verstrichen ist, ist auch die Verdolmetschung vorbei und verliert ihre Bedeutung. So ist das beim gesprochenen Wort. Was zählt ist das, was darauf folgt. Die Reaktion der Zuhörenden, die Handlungen, die sich daraus ergeben, die Erinnerung an den Augenblick. (Aufnahmen von Online-Meetings, die die Verdolmetschung ebenfalls erfassen, klammere ich hier bewusst aus, denn diese haben nichts mit dem ursprünglichen Verwendungszweck der Verdolmetschung zu tun. Das lässt sich in die gleiche Kategorie wie Voice-Over eine Filmproduktion einordnen.) Was sich aus oben verfassten Überlegung ergibt, ist die Tatsache, dass alles, was mit der Verdolmetschung einhergeht, ebenfalls ausschließlich für den Einsatz in ebenjenem Moment gedacht ist und danach wortwörtlich in die Tonne kann. Dabei nehme ich nun insbesondere Bezug auf die schriftlichen Notizen, die Dolmetscher:innen bei ihrer Arbeit anfertigen. Papierverbrauch beim Konsekutivdolmetschen Wenn ich ans Notieren beim Dolmetschen denke, kommt mir sofort das Konsekutivdolmetschen in den Sinn. Beim Konsekutivdolmetschen ist das übliche vorgehen so: Der/die Redner:in trägt seinen/ihren Redebeitrag vor. Als Dolmetscherin höre ich genau zu und mache mir als Gedankenstütze einige Notizen. Die Notizentechnik, die dafür zum Einsatz kommt, besteht aus einer Mischung aus Text, Abkürzungen und Symbolen, die im Studium erlernt und im Laufe der Dolmetschkarriere auf Grundlage der dazugewonnenen Erfahrung verfeinert wird. Nachdem der/die Redner:in geendet hat, oder - wenn der Beitrag sehr lange geht - nach einer kleinen Unterbrechung, gebe ich das Gesagte in der anderen Sprache wieder. Je nach Länge des Dolmetscheinsatzes verbrauche ich dabei eine Menge Papier. Wer viele Konsekutivaufträge hat, hat demnach einen relativ hohen Papierverbrauch allein für diese Tätigkeit. Ressourcenschonende Alternativen Als ich mich mit meiner Kollegin Caterina Saccani , Expertin im Bereich Nachhaltigkeit, darüber austauschte, berichtete sie mir von Bambook, einer nachhaltige Alternative für klassische Papierblöcke. Dieses wiederverwendbare Notizbuch ist nicht nur für To-Do-Listen, Brainstorming, Gedankenstützen, oder ähnlichem ein praktisches Helferlein für all diejenigen, die noch gerne mit der Handschreiben - mir persönlich hilft das handschriftliche Schreiben beim Sortieren meiner Gedanken und ich komme damit oft besser klar, als etwas ins Handy zu tippen. Sondern es kann auch beim Dolmetschen helfen, die Tätigkeit ein kleines bisschen ressourcenschonender zu gestalten. Notieren beim Simultandolmetschen Ein Notizblock ist mir auch bei jedem Simultandolmetscheinsatz ein treuer Begleiter. Während ich in Echtzeit das Gesagte von einer Sprache in die andere übersetze, schreibe ich Zahlen, Eigennamen oder (bei langen Satzkonstruktionen) Verben auf. Zudem ist es eine große Hilfe, die wichtigsten Fachbegriffe schwarz auf weiß vor mir zu sehen, damit ich sie nicht erst am Tablet nachschlagen muss. Auch in dieser Situation verliert das Geschriebene auf dem Notizblock seine Relevanz, sobald der Einsatz abgeschlossen ist. Neulich testete ich also kurzerhand den Bambook-Block bei einem Simultaneinsatz aus und war fasziniert, wie anders ich im Vergleich zum klassischen Papierblock notiert habe. Kein Gekritzel, das ich sonst unbewusst zum Stressabbau fabriziere, ordentlichere und besser lesbare Schrift. Und ich habe keinen Müll produziert, sondern kann meine Notizen wegwischen und den Block beim nächsten Einsatz direkt wiederverwenden. Eine tolle Sache! Wenn Sie mehr über das mysteriöse Geschreibsel von Dolmetscher:innen erfahren wollen, kommen Sie gerne auf mich zu.
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